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Krav Maga

Krav Maga bedeutet aus dem hebräischen übersetzt „Kontaktkampf“ und ist ein Begriff für die Verbindung zahlreicher ziviler Selbstverteidigungstechniken. Außerdem ist es der Name eines, speziell für die israelischen Streitkräfte entwickelten, Nahkampfes. Beim israelischen Militär benutzt man den Namen für Nahkampf allgemein, so auch verschiedene polizeiliche Arten des Nahkampfes.

Nahkampfsystem beim israelischen Militär

1910 wurde in Budapest Imrich Lichtenfeld geboren, auf den sich die Ursprünge dieses Nahkampfes zurückführen lassen. In den 1930er Jahren lehrte er in Bratislava erstmals seine Kampftechniken, um Juden gegen antisemitistische Angriffe zu helfen. 1940 emigrierte er und reiste nach seiner abenteuerlichen Flucht und dem Dienst bei der britischen Armee nach Palästina ein und lehrte dort Nahkampf.. Nach der Gründung Israels wurde er dann Nahkampfausbilder beim israelischen Militär.

Von den israelischen Sicherheitskräften wurde dieser Nahkampf immer weiter entwickelt und den Anforderungen angepasst. Dafür waren meistens Einsatzleiter und Nahkampfausbilder zuständig. Da dabei keine klaren Vorgaben entstanden sind, ist dieser Kampfsport in verschiedenen Teilen des Militärs unterschiedlich.

Krav Maga als Selbstverteidigungssystem

Nach seiner Zeit bei der israelischen Armee passte Imrich Lichtenfeld seine Kreation den Fähigkeiten und Bedürfnissen von Zivilisten und Polizisten an und erschuf eine effiziente und trotzdem der nichtmilitärischen Rechtslange entsprechende Art der Selbstverteidigung. Nach seinem Tod im Januar 1998 erhoben mehrere seiner Schüler den Anspruch auf den Titel seines legitimen Nachfolgers und so entstanden mehrere voneinander unabhängige Schulen des Krav Maga. Heute ist es auf der ganzen Welt bekannt und zählt zu den besten Nahkampf- und Selbstverteidigungssysteme der Welt.

Techniken, Übungen und Methoden

Innerhalb des Nahkampfes werden je nach Zielgruppe unterschiedliche Techniken und Methoden trainiert. Dazu zählen oft auch psychische und verbale Übungen, die dafür sorgen sollen, dass man einer Konfliktsituation vorbeugen kann. Dazu können spezielle Rollenspiele mit einem Leiter durchgeführt werden. Es wird einem auch beigebracht unter extremem Stress einen klaren Kopf zu bewahren und in bestimmten Alltagssituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Natürlich kann man einem Kampf nicht immer mithilfe solcher Techniken entrinnen und daher ist das Kampftraining auch der Hauptteil des Gesamtprogramms.

Eine der wichtigsten Techniken ist die 360-Grad-Abwehr. Mithilfe dieser Abwehr, bei der man die Hände in einem 90-Grad Winkle hält, sollen gegnerische Schläge möglichst schnell abgewehrt und zu einem Konterangriff umgewandelt werden. Der Trick dabei besteht darin, die Arme des Gegners zu den Seiten hinweg abzuwehren und somit freie Bahn für einen Schlag zu bekommen. Neben dieser Technik existiert natürlich eine Unzahl an Handgriffen, mit denen man den Gegner kampfunfähig machen kann, sowie vieler Schlag- und Trittabfolgen. Dabei geht es fast immer sehr schnell zu, sodass der Gegner kaum Zeit zum reagieren hat. Genau diese Schnelligkeit macht es Gegnern, die nicht in diese Kampfkunst eingeweiht sind, den Sieg zu einer kaum lösbaren Aufgabe.

Zu einer vollständigen Ausbildung gehört das Erlernen von vitalen Punkten dazu. Dies sind besondere Stellen am Körper, an denen der Mensch besonders verwundbar ist. Es ist dennoch ziemlich gefährlich sich ohne genaue Vorkenntnisse an solche Techniken zu wagen.

Zuletzt geht es beim Training (besonders beim Militär) darum, Waffen abwehren zu können und Alltagsgegenstände als „Notwaffen“ benutzen zu können. Elitegurus in diesem Bereich können selbst gegen Schusswaffen und eine eindeutige Überzahl an bewaffneten Gegnern bestehen.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, können Sie mehr über die Techniken in einer Martial-Arts-Schule lernen. Diese befasst sich mit solchen alternativen Kampfkünsten. Man kann nach Möglichkeit auch eine Reise nach Israel machen, um dort bei einem richtigen Meister sein Können zu perfektionieren.