Selbstverteidigung für Frauen

Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen ist nicht zwangsläufig ein Sport, es beginnt bei der inneren Haltung. Zum Opfer wird man nicht aus Versehen. Selbst kann man auch ohne Sport oder Waffen dazu beitragen, nicht als Opfer auserkoren zu werden.

Vieles unterscheidet Frauen von Männern und Mädchen von Jungs. Unter anderem ihre „Kampferfahrung“. Wenn Jungens sich auf der Straße prügeln, wird darum wenig Aufheben gemacht. Bei Mädchen wird ein solches Verhalten meist nicht toleriert. Sie sollen eher harmonisierend wirken. Leider machen viele vom weiblichen Geschlecht dadurch eine Erfahrung nicht: Wie fühlt es sich an, dem anderen wehzutun. Was aus humanistischer Sicht ein durchaus wünschenswerter Wesenszug ist, führt im Notfall zu verheerenden Folgen: Größte Hürde bei der Selbstbehauptung von Frauen ist der Gedanke, man könne den anderen verletzen, wenn man ihn attackiert. Leider schert sich der Täter um solche Dinge nicht und schlägt hemmungslos zu.

Ein gesundes Selbstbewusstsein ist ebenfalls ein nicht zu vernachlässigender Selbstschutz. Opfer wird man nicht, man tut auch etwas dafür. Wer sich mit gesenktem Blick und dicht an der Wand gedrängt in der Öffentlichkeit bewegt wird gern übersehen. Nur von einem nicht: dem Täter. Er sucht genau diejenige, deren Ausstrahlung ihn schon vermuten lässt, dass mit Gegenwehr nicht zu rechnen ist. Also Kopf hoch!

Falsch kann es sein, seine Sicherheit in Form eines Reizgases in der Handtasche zu tragen – und sich drauf zu verlassen. Tests haben bewiesen, dass zwischen dem Angriffsversuch und dem Finden und Einsetzen von Gas zu viel Zeit verstreicht. Ich weiß nicht, wie es in ihrer Handtasche aussieht, doch in meiner brauche ich durchaus ein wenig Zeit, um etwas zu finden. Hinzu kommt die Gefahr, sich selbst außer Gefecht zu setzen, wenn der Wind in die falsche Richtung weht: ins eigene Gesicht.

Effektiver wirkt da eine Trillerpfeife. Laut auf sich aufmerksam zu machen weckt das Interesse der Umstehenden, die dann womöglich helfend eingreifen. Zumindest wird sich der Täter mächtig erschrecken und hoffentlich sucht er dann sein Heil in der Flucht.

An dieser Stelle der Überlegungen kommt auch Sport in Betracht. Immerhin lernt die Frau dort, den Gegner hart anzupacken. Sie verliert Hemmungen beim Zuschlagen und lernt, wie man mit möglichst wenig Einsatz maximalen Erfolg erzielt. Dafür gibt es spezielle Trainings. Gute Institute lehren nicht nur, was zu tun ist, wenn der Angriff schon geschieht, man lernt dort ebenso, wie man solche Situationen vermeidet, ohne auf seine Freiheit zu verzichten.

Wer auf sich selbst aufpassen will, vermeidet nicht die dunklen Gassen seiner Stadt, er arbeitet an seinem Selbstbewusstsein. Natürlich ist Gewalt nicht schön, doch der Täter will noch viel Schlimmeres machen, weshalb es durchaus gerechtfertigt ist, dorthin zu treten, wo es wehtut. Wenn Sie nicht wissen, wie das geht, suchen Sie sich einen geeigneten Kurs in ihrer Gegend. Sie werden auf viele Gleichgesinnte treffen und sind zumindest gemeinsam stark.

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